Nicht nur dabei, sondern auch mitten drin
 Das Kölner Ökumene- und Versöhnungskreuz Foto: Hier steht es vor dem Kölner Dom während des Evangelischen Kirchentages 2007, Foto: ACK/EV
Das Kölner Ökumene- und Versöhnungskreuz wird die ACK Köln mit zum 2. Ökumenischen Kirchentag nach München nehmen. Während des Eröffnungs-Gottesdienstes am Himmelfahrtstag wird das große Ökumenekreuz sichtbar werden - auch in der Übertragungssendung im Fernsehen. Ein zweites Kölner Ökumene-Kreuz ist mittelgroß und wird als Vortragekreuz bei Pilgerwegen oder zu besonderen Taufgedächtnis-Gottesdiensten eingesetzt. Einige Fragen zum Kölner Ökumene- und Versöhnungskreuz beantwortet Rainer Will, katholisches Vorstandsmitglied der ACK-Köln:
EV: Was geschieht mit dem Kölner Ökumene- und Versöhnungskreuz beim 2. ÖKT?
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Rainer Will
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Rainer Will: Das Kölner Ökumene- und Versöhnungskreuz wird bei der Zentralen Ökumenischen Feier zu Christi Himmelfahrt (am Donnerstag, 13. Juni 2010, 11.00 – 12.00 Uhr) auf dem Odeonsplatz eine prominente Rolle einnehmen. Es steht am Knotenpunkt der drei Pozessionen, die im Anschluss an die konfessionellen Gottesdienste sich zur zentralen ökumenischen Segensfeier auf dem Odeonsplatz einfinden werden. Am Ökumenekreuz beginnt die Feier und endet mit der offiziellen Ausrufung des sogenannten "Schöpfungstags", der von nun an einmal im Jahr von allen Kirchen gemeinsam auf bundesweiter, regionaler und lokaler Ebene durchgeführt bzw. gefeiert wird. |
EV: Wie kam es eigentlich dazu, dass der 2. ÖKT die Kölner gebeten hat, das Kreuz für diese Feier zur Verfügung zu stellen?
Rainer Will: Die Ökumene hat nicht viele ausdrucksstarke Symbole. Das Kölner Ökumenekreuz hat sich aber inzwischen nicht nur als Erkennungszeichen für die Ökumene in Köln etabliert, sondern erweist sich immer mehr auch als ein Identifikationszeichen der Ökumene weit über Köln hinaus.
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Ökumenemonate in Köln mit dem großen Ökumenekreuz
In der Kölner AntoniterCityKirche traf sich die Kölner ACK zur Unterzeichnung der Charta Oecumenica für Köln. Gleichzeitig war dies der Auftakt der Ökumenemonate 2006.
Foto: SängerInnen der apostolischen und freien evangelischen Gemeinde
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EV: Was stellt das Ökumenekreuz dar?
Rainer Will: Die geöffneten Arme des Kreuzes, das manche auch als Geisttaube oder als Ökumeneschiff interpretieren; die Farben des Regenbogens in den strengen vertikalen Linien, Zeichen des Bundes Gottes mit uns; die runde transparente Erdkugel-Scheibe, eingefasst und gehalten durch Strahlen des kreuzförmigen Rahmens, die in alle Himmelsrichtungen weisen – das alles sind Zeichen unserer Hoffnung, die auch nach außen sichtbar werden soll.
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Seit wann gibt es das Ökumenekreuz und wem gehört es eigentlich?
Rainer Will: Das Kölner Ökumenekreuz wurde aus Anlass des Kölner Domjubiläums 1998, näherhin für den "1. Kölner Ökumenischen Brückenweg" von den Mitgliedskirchen der Kölner Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK Köln) in Auftrag gegeben; es "gehört" ihnen gemeinsam. Der Heilbronner Künstler, Raphael Seitz, hat es geschaffen und bereits in seinem ersten Entwurf die Botschaft des Kreuzes mit folgenden Worten umrissen: "Das Todeswerkzeug der Dunkelheit wird zum Lichtzeichen des Lebens. Ein Zeichen der Auferstehung für alle Menschen".
 Kölner Ökumene- Versöhnungskreuz Das Kreuz zog während des ev. Kirchentages mit in den Kölner Dom zum Ökumenischen Gottesdienst ein [ Siehe CiD-Artikel]
EV: Was passiert denn normalerweise mit dem Kreuz? Wo ist es zuhause?
Rainer Will: Das Kölner Ökumenekreuz ist ein "Wanderkreuz". Es führt die Kölner Ökumenischen Brückenwege an. Es ist das verbindende Zeichen der sogenannten Ökumenemonate mit ihren Projekten und Gottesdiensten, die vorbereitend auf den Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003, den Evangelischen Kirchentag in Köln im Juni 2007 und nun anlässlich des 2. Ökumenischen Kirchentag im Mai 2010 in München stattfanden. Es wandert von Ökumenemonat zu Ökumenemonat und in die daran beteiligten Gemeinden. 150 dürften es bestimmt insgesamt schon gewesen sein.
Ökumenischer Pilgerweg von Köln nach Brühl mit dem mittelgroßen Kölner Ökumene-Vortragekreuz, Foto:EV
EV: Wie wird dieses große, stabile aber gleichzeitig auch fragile Objekt nach München gebracht?
Rainer Will: Ich werde es selbst am Dienstag mit einem Bus dort hinfahren. In einem gesicherten Raum wird es bis zur offiziellen Eröffnung bewacht werden.
Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem 2. Ökumenischen Kirchentag?
Rainer Will: Zu allererst, dass das Motto „Damit ihr Hoffnung habt“ in den Begegnungen, Gesprächen, Diskussionen und Gottesdiensten lebendig wird und nachhaltige Wirkung für die nächsten Jahre sowohl für jeden Einzelnen, die vielen ökumenischen Initiativen und die Suche nach der sichtbaren Einheit der Kirche entfaltet.
Was ist für Sie das Ziel der Ökumene?
Rainer Will: Ökumene ist für mich mehr als "versöhnte Verschiedenheit", es geht um "Einheit in versöhnter Verschiedenheit" bzw. um eine sichtbare Einheit in Vielfalt. Ökumene ist weit mehr als die Frage der Anerkennung der Kirchen untereinander, die zwar unbedingt notwendig ist, aber keinen Selbstzweck darstellt. Die sichtbare Einheit der Christen und Kirchen soll nämlich ein sichtbares Zeichen sein für die Gemeinschaft mit Gott, die allen Menschen gilt und die Christen bezeugen sollen. Die Gemeinschaft mit Gott hat aber Konsequenzen für die Art und Weise wie wir miteinander umgehen und auch hinsichtlich der großen Herausforderungen der Weltgemeinschaft, die sich nach wie vor mit den Stichworten "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" kennzeichnen lassen. Durch die Botschaft des Evangeliums, das Geschenk der Sakramente und durch glaubwürdiges gemeinsames Handeln zum Wohl der Menschen in den genannten Bereichen soll die sichtbare Einheit der Kirchen auch ein Werkzeug der Gemeinschaft der Menschen untereinander sein. Denn diese gründet letztlich in der Gemeinschaft mit Gott.
Welche geistliche Hoffnung verbinden Sie mit dem Ökumenekreuz?
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Rainer Will: So wie das Ökumenekreuz ein funktionierendes sichtbares Zeichen der Verbundenheit und Einheit der Christen in Jesus Christus ist, so braucht es auch es auch eine sichtbare Einheit der ökumenischen Kirchengemeinschaft. |
Keines der bisherigen Modelle ist dafür bislang tauglich, es braucht etwas Neues, das im Gebet, in der Unterscheidung der Geister und im Vertrauen auf die in Jesus Christus gegebene Identität, dahinter die konfessionelle zurücktreten und mit langem Atem gerungen werden muss.
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